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Maria Montessori
31. August 1870 – 6. Mai 1952

„Die Aufgabe der Umgebung ist es nicht, das Kind zu formen, sondern ihm zu erlauben, sich zu offenbaren.“

Aus einer vornehmen italienischen Familie stammend studierte Maria Montessori gegen den Zeitgeist als eine der ersten Frauen Medizin. 1896 schloss sie ihr Studium mit großem Erfolg ab. Sie begann, sich mit Kinderheilkunde und Psychiatrie zu beschäftigen.

Sie ist beeindruckt von den Werken der französischen Ärzte Itard und Séguin (dessen Werke sie ins Italienische übersetzt). Sie kommt zur Überzeugung, dass behinderten Kindern durch Erziehung mehr geholfen werden kann als durch bloße medizinische Betreuung.

1899 erhielt sie den Auftrag, vor Lehrerinnen in Rom eine Vortragsreihe über die Erziehung geistig behinderter Kinder zu halten. Aus diesem Kurs ging die "Scuola magistrale ortofrenica" ("Heilpädagogisches Institut") hervor, die sie als Direktorin zwei Jahre leitete.

1898 brachte sie ihren Sohn Mario zur Welt, der aus ihrer Liebesbeziehung mit dem angesehenen Kollegen Dr. Giuseppe Montesano stammte, mit dem sie nicht verheiratet war. Da eine berufliche Karriere mit Kind damals undenkbar gewesen wäre, hielt Maria Montessori die Geburt ihres Sohnes geheim und gab ihn außerhalb Roms in Pflege. Erst mit 15 Jahren erfuhr Mario, wer seine leibliche Mutter war. Von da an wich Mario nicht mehr von ihrer Seite und wurde später ihr Assistent.

Am 6. Januar 1907 eröffnete sie ihre Casa dei Bambini in San Lorenzo. Eine Gruppe reicher Bankiers beschloss, in Roms damals heruntergekommenem Viertel San Lorenzo einen Stadterneuerungsplan zu verwirklichen. Sie arbeitete nun mit einer Gruppe von fünfzig Kindern im Alter von drei bis fünf Jahren, hatte nur einen Klassenraum mit einfachem bescheidenem Mobiliar sowie ihr selbst entwickeltes Sinnesmaterial zur Verfügung.

Ein Schlüsselerlebnis aus dieser Zeit war ihre Beobachtung eines dreijährigen Mädchens, das völlig selbstversunken in seine Beschäftigung mit Einsatzzylinderblöcken, sich auch durch massivste Ablenkungen nicht stören ließ. Den Ausdruck konzentrierter Aufmerksamkeit, bezeichnete sie später als "Polarisation der Aufmerksamkeit". Der wissenschaftlichen Erforschung dieses Phänomens widmete sie einen Großteil ihrer weiteren Arbeit.

Sie lebte von 1916 bis zum Ausbruch des spanischen Bürgerkriegs 1936 in Barcelona bzw. kehrte von ihren zahlreichen Reisen und Auslandsaufenthalten, um alle Kurse und Fortbildungen selbst zu halten, immer wieder dorthin zurück.

Im Jahre 1939 – inzwischen 69 Jahre alt – reiste Maria nach Indien. Geplant war ein halbjähriger Unterrichtskurs. Doch aus sechs Monaten wurden sieben Jahre, denn der Zweite Weltkrieg brach aus, und Maria und ihr Sohn durften nicht mehr ausreisen. Die Montessori-Bewegung in Deutschland, Österreich und Italien wurde von den faschistischen Regimes jäh gestoppt.

Maria Montessori reiste noch 1951 nach Tirol und hielt in Innsbruck ihren letzten Ausbildungskurs.

Am 6. Mai 1952 starb sie im holländischen Nordwijk aan Zee. Dort liegt sie auf dem katholischen Friedhof begraben.




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